Mobile Markenkommunikation und Markenführung
Heutzutage ist für den Großteil der Bevölkerung ein Handy unumgänglich. Wir schlafen neben unserem Handy ein und wachen morgens neben ihm auf. Der Start in den Tag beginnt mit einem Blick auf Facebook und WhatsApp. Somit ist die Nutzung von Smartphones ein fester Bestandteil unseres Alltags.
Der Mediendschungel bietet diverse Möglichkeiten, sich als Unternehmen attraktiv zu machen. Somit wird sich mobile Markenkommunikation und Markenführung in den kommenden Jahren vom verstreut genutzten zum unumgänglichen Werkzeug der Medien- und Kommunikationsbranche entwickeln.
Gelernt ist gelernt - wir werden „anders“ erwachsen
Die Generation der 1990er (Generation Internet) wächst mit mobilen Endgeräten auf, sodass die Nutzung von Smartphones eine gelernte Aktivität darstellt, die an Schlagkraft gewinnt. Bereits 20 Millionen Smartphone-Besitzer in Deutschland sind betroffen und die Zahl wird weiter ansteigen und somit im Alltag existenziellen Charakter einnehmen.
Daraufhin sind Unternehmen zukünftig verpflichtet sich mit dem Thema "mobile Markenführung" zu beschäftigen, da die Innovationen die Markenkommunikation bestimmen.
Bevor Unternehmen aktiv werden, müssen sie zunächst anfangen contentorientiert zu denken, wodurch sie sich teilweise, aufgrund der geänderten Kommunikation, in Identifikationskrisen befinden. Sobald der Weg aus dieser Identifikationskrise durch Festsetzung des Inhalts geebnet ist, steht die Aufbereitung für die jeweiligen Medienkanäle an nächster Stelle.
Laut einer Studie werden 13.000 Apps pro Minute weltweit und 8 Apps pro Monat von durchschnittlichen Usern heruntergeladen. Unternehmen stehen durch den stetig ansteigenden Konsum und die gelernte Nutzung von Apps vor der Herausforderung den Kunden mit der eigenen App einen Mehrwert zu bieten, um zwischen den vielen Angeboten aufzufallen und punkten zu können.
Eine weitere Hürde des Mobile Marketings ist die klassische Bannerschaltung bei Apps. Inwiefern können User davon Gebrauch machen, um für Imageerfolge zu sorgen. Ein Beispiel dafür ist die ICQ- App. Nach einem Update werden Werbebanner von Mc Donalds freigeschaltet. Doch inwiefern ist es sinnvoll für die User? Aus Sicht des Marketeers ist es verständlich doch für die meisten Endkunden wird es eher als störend als bereichernd empfunden, da die Marke ICQ geschickt zur negativen und nervigen Wahrnehmung geführt wird. Einfache Bannerschaltung dient für Branding-Effekte jedoch nicht für kontinuierliche Imageerfolge.
Eine effektivere Variante ist die App von Blizzeria. Die Kunden können sowohl telefonisch sowie online bestellen oder können sich simpel die App herunterladen, bestellen und zusätzlich an einem Gewinnspiel der jeweiligen Pizzeria teilnehmen. Diese Variante zeigt, dass die Aufbereitung des Contents, der entscheidende Mehrwert, wichtig für die jeweiligen Medienkanäle ist. Kunden bevorzugen die Interaktion mit Unternehmen. Damals war es die Speisekarten, heute - und zukünftig verstärkt - die mobile App zum Bestellen der Pizza.
Unternehmen stehen vor der schwierigen Aufgabe menschlicher zu werden, was diverse Unternehmen in eine Findungskrise stürzt. Doch Unternehmen stehen nicht alleine vor dieser Aufgabe. Sie können sich jederzeit Hilfe von außen zunutze machen, um ihre Marke zu sensibilisieren und effektiv in der Mobile Markenführung Fuß zu fassen und erfolgreich zu agieren. Durch den derzeitigen Werbeüberfluss in den Medien ist die offene Kommunikation mit klarem Content wichtig, um bei Endkunden zu punkten. Marken müssen bewusst regeln brechen, um sich von anderen abzuheben, ansonsten ist die eigene App eine von 13.000 Apps pro Minute weltweit ohne Aufmerksamkeit.
Die Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG ist ein gutes Beispiel für erfolgreiche Markenführung in Zeiten der mobilen Endgeräte. Deren Interesse ist es vorerst einen Mehrwert für den Kunden herzustellen, um im Nachhinein die Kauflaune des Kunden zu wecken. Vaillant stellt eine App zu Verfügung, die mithilfe eigener Angaben der Dachfläche und Steigung des Daches errechnen kann, ob sich eine Fotovoltaikanlage rentiert und welches Modell empfehlenswert ist. Diese App bietet dem Kunden einen Mehrwert in Hinsicht der Anlage, welche benötigt wird und Entertainment zugleich, da die Bilddarstellung drehbar ist und der Kunde somit diese spielerisch am Haus ausrichten kann.
Was bringt die Zukunft?
Früher wurde das Wort „Werbung“ großgeschrieben. Heute ist es Marketing und in Zukunft wird es Kommunikation / Unternehmenskommunikation sein.
Die jüngere Generation von heute hat ein weiterentwickeltes Informationsgewinnungs- und Kommunikationsverhalten, somit wird mobile Markenkommunikation im B2C Bereich stetig mehr an Bedeutung gewinnen. Durch die gleichen Grundkenntnisse der jüngeren Generation wird es sowohl im B2B-Bereich neue Herausforderungen geben wie beispielsweise die Frage wie ein Unternehmen die hochkomplexen und mechanischen Abläufe und Informationen heruntergebrochen bekommt, um eine App für Kunden zur Verfügung zu stellen, die darüber informiert und dialogorientiert Unterhaltung bietet. Diese Prozessintegration in Dialogfunktion wird relevanter denn je.
Eine Variante in Hinblick auf die Zukunft könnte eine mobile Support Plattform im B2B-Bereich sein, sodass es anstatt einer Telefonkonferenz oder einem Meeting hauptsächlich Skype-Konferenzen geben wird.
Diese neue Art der Kommunikation zeigt sich heutzutage schon im Social Media Bereich. Beispiel dafür ist Personalkommunikation auf Facebook. Durch die erforderte Unternehmenstransparenz der Kunden spiegeln sich interne Prozesse im Image der Unternehmen wider. Unternehmen müssen bereit und offen dafür sein, die Hürde mit Training überwinden zu können.

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